Strahl- und Ballenpolster
Das Strahl- und Ballenpolster füllt den Raum zwischen den Hufknorpeln aus. Es besteht aus einem kollagenen und elastischem faser- und fettreichen Gewebe, das nur wenig durchblutet ist. Es dient als Polster und Stoßdämpfer für die inneliegenden Strukturen wie tiefer Beugesehne, Strahlbein, Schleimbeutel (”Hufrolle”) und Hufbein. Bei einem natürlich gesunden Huf ist das Ballenpolster gut ausgeprägt.
Bei einer gesunden Trachtenlandung übernimmt es einen Teil der Stoßdämpfung und hilft bei der Ausrichtung der Knochenachse.
Muss das Pferd durch fehlerhafte Hufbearbeitung auf Dauer mit der Zehe zuerst landen …
… oder werden die Trachten auf einer unnatürlichen Länge belassen sowie der Strahl ständig zurückgeschnitten, so dass er keinen Bodenkontakt mehr hat, bildet sich das Strahl- und Ballenpolster zurück. Es atrophiert seh- und fühlbar wie ein nicht mehr benutzter Muskel und kann so seine Funktion nicht mehr gut ausüben.

Durch eine gesunde Hufbearbeitung kann das Strahl- und Ballenpolster zu seiner natürlichen Stärke und Funktionalität zurückgeführt werden (vorrausgesetzt, die Strukturen sind nicht durch jahrelange “Miss(be)handlung des Hufes” zu sehr zerstört).
Nachfolgend zeige ich Ihnen noch Bilder vom Strahl- und Ballenpolster von sezierten Hufkapseln. Der Anblick ist eventuell nicht Jedermanns Sache…es sollten nur die wirklich Neugierigen weiterscrollen
! Mir selbst macht das Zerlegen von toten Hufen (mittlerweile
) nichts mehr aus. Das Verständnis um die Hornkapsel und ihre inneren Strukturen wird dadurch vertieft und man bekommt Einblicke, die man wahrlich selten findet. Daher möchte ich denjenigen, denen solche Einblicke nichts ausmachen, die Bilder nicht vorenthalten:
Ansicht Strahlpolster
Ansicht Ballenpolster
Hier habe ich ein “Scheibchen” vom Ballenpolster im hinteren Bereich abgetrennt; man kann sehr schön den Strahl, die Lederhaut und den Übergang in das Polster erkennen:
©Manu Volk












