Rehehufe -Teil 2
Die Natur ist bestrebt, Heilung herbeizuführen - wer den Huf “liest”, kann diesen Heilungsprozess unterstützen!!
Die Situation der chronischen Rehe-Hufe hat sich sechs Wochen später schon deutlich gebessert.
Immer noch zeigen die Trachten ein verstärktes Wachstum. Der “Knick” in der Zehenwand zeigt deutlich, ab wo die Zusammenhangstrennung besteht. Dadurch wird die Huflederhaut im Zehenbereich weiter gequetscht und damit schlechter durchblutet - und so findet u.a. weniger Wachstum an der Zehe statt. Mit aus diesem Grund ist es wichtig, die Trachten gerade bei einem chronischen Rehehuf zurückzusetzen (zu “kürzen”) und um das Hufbein wieder zur Bodenparallelität zurückzuführen . Die Frontansicht des Hufes zeigt, dass die Kapsel die Form behalten hat, stabil ist (es ist nichts ausgebrochen) und mit einer gesünderen Verbindung zum Hufbein herunterwächst.
Auch die Sohlenansicht zeigt, dass der Huf bereits heilt. 
Die tiefen seitlichen Strahlfurchen sowie das vorhandene tote Sohlenmaterial im Trachtenbereich bestätigen, was man schon an der Seitenansicht der Hufkapsel erkennen konnte.
Das folgende Bild lässt erkennen, dass an diesem Huf nur die Trachten und Seitenwände nach dem Verlauf der lebenden Sohle gekürzt wurden:
Mit der Raspel wird fein nachgearbeitet…
… und jetzt kann man deutlich sehen, wie die Trachen “zurückgesetzt” wurden, damit der hintere Bereich der Hufkapsel seine Funktion der Lastaufnahme und Stoßdämpfung wieder besser übernehmen kann:
Die Seitenansicht des abgesetzten Hufes zeigt, dass der hintere Teil des Hufes jetzt mehr trägt und das der Druck auf den Knick in der Zehenwand dadurch deutlich vermindert wird:
Mit der Berundung der Hufwand (Mustang Roll) wird die Bearbeitung abgeschlossen.
Durch den Mustang Roll wurde der Abrollpunkt zurückgesetzt und die Seitenansicht des Hufes lässt erkennen, dass damit der Druck auf die Zehenwand weiter vermindert werden konnte:
Der Vergleich der Frontansicht des bearbeiteten rechten zum noch unbearbeiteten linken Vorderhuf ist dieses mal deutlich weniger auffällig
.
Der linke Huf ist nicht so stark betroffen.
Anhand des Hufkratzers kann man gut erkennen, wie tief die seitlichen Strahlfurchen sind.
Vergleich bearbeitete und unbearbeitete Trachte:
Am linken Huf ist auch an der Zehe ein Wandüberstand vorhanden. Dieser Hebel wird beseitigt und ich sezte hier mit dem Nipper gleichzeitig schon den Ansatz für den Mustang Roll im Zehenbereich an. Ein Rehepferd sollte niemals auf einem Wandüberstand (von vielen fälschlicherweise als “Tragrand” bezeichnet) herumlaufen müssen!! (ein gesundes Pferd übrigens auch nicht…)
Ansicht linker Vorderhuf vor Anbringen des Mustang Roll:
Auch am linken Hinterhuf tiefe seitliche Strahlfurchen:
Loses Sohlenmaterial entfernen
Wandüberstand entfernen
Dieser Hinterhuf lässt sich sehr schön “lesen”
!
Die Hufwände sollten gleichmäßig dick sein. Das geübte Auge erkennt, dass hinter der unpigmentierten Schicht noch einmal ein dunklerer Hornring zu erkennen ist. Alles was sich dahinter befindet, ist übermäßiges Horn und sollte entfernt werden.
Aus dieser Perspektive sind die tiefen seitlichen Strahlfurchen gut zu erkennen:
Der Huf wird von totem Sohlenmaterial bereinigt. Niemals wird in die lebende Sohle geschnitten oder gearbeitet! Hufbearbeitung ist ein Prozess! 
Der Haflingerhengst zeigt nach der Hufbearbeitung eine frei aus der Schulter schwingende Vorhand mit einem schönen Raumgriff.
Hals und Schweif werden locker pendelnd und entspannt “getragen”
Vergleich Zustand vor sechs Wochen und vor oder nach 2. Bearbeitung:
vorne rechts
vorne links



















