Rehehufe - Teil 4
26 Wochen nach dem 1. NHC-Trim der damals sehr vernachlässigten Rehehufe ist deren Rehabilitation gut verlaufen.
Der rechte Vorderhuf hat sich im Trachtenbereich geöffnet, der Huf ist deutlich runder, der Trachtenwachstum normal
und es hat sich eine schöne Sohlenschwiele gebildet:
Bis auf die verbreiterte weiße Linie ist der Huf so weit “gesund” und damit nun auch die Zusammenhangstrennung des Hufbeinträgers gut ausheilen kann, ist es wichtig, dass der chronische Rehehuf sich weiterhin in einer guten Hufbalance befindet. Der Wandüberstand an den Trachten wird gekürzt …
… d.h., die Trachten werden wieder bis zur weitesten Stelle des Strahles zurückgesetzt, damit die Funktionalität des hinteren Hufbereiches gewährleistet wird:
Der Hufkratzer zeigt die Tiefe der seitlichen Strahlfurche - auch hier eine deutliche Besserung!
Die Seitenansicht auf dem Hufbock zeigt, dass der Huf mit einer guten Verbindung herunterwächst. Der Huf hat eine gesunde Trachtenlänge; durch die Separation der weißen Linie “schnabelt” die Zehe allerdings nach vorne weg.
Um die Dicke der Hufwand zu erhalten (sie dient als Schutz und Stabilitsator des Hufbeinträgers!) wird die Zehenwand im unteren Bereich zurückgesetzt
und die Kanten des Hufes werden gut berundet (Mustangroll), damit die Hufwand beim Abrollen nicht weiter vom Hufbein weggehebelt werden kann. Dies ist für die Heilung des Hufbeinträgers enorm wichtig!
Die weiße Linie an der seitlichen Zehenwand zeigt bereits diesen Heilungsprozess an: sie ist nicht mehr faserig zerrissen, sondern bereits wieder “speckig”, allerdings noch stark gedehnt:
Der “Schnabel” ist entfernt, der Huf befindet sich in Balance:
Der linke Vorderhuf:
Auch hier hat sich eine gute Sohlenschwiele gebildet. Sie zeigt mir an, dass die Sohle sich zu einer natürlichen Dicke rehabilitiert hat und ihre volle Funktion (natürlicher Abrollpunkt des Hufes) übernehmen kann.
Auch hier wird durch präzise Arbeit für eine gute Hufbalance gesorgt.
Der Huf rollt über die dicke Sohlenschwiele ab,
der Hufbeinträger ist somit geschützt und wird nicht durch eine lange Zehe vom Hufbein weggehebelt:
Es ist für den erfahrenen Hufexperten nicht allein wichtig, dass zu verstehen! Wichtiger ist es, dass er die Zeichen erkennt und vor Allem: dass er den Huf sich dahin entwickeln lässt und nicht vorschnell wegraspelt und -schneidet!
Leider kann man an so mancher Stelle (vor allem in manchen Internetseiten und -foren) das zum Teil sehr planlose Rumprobieren an den Hufen der Pferde verfolgen - Hauptsache, man bearbeitet nach NHC? Auch hier kann ich wieder nur betonen, wie wichtig es ist, die inneren Strukturen und die Funktionalität des Hufes zu kennen und auch verstanden zu haben!!! Der Respekt und die Achtung vor dem Pferd zeigt sich durch eine Arbeit, die sich zu begründen weiß! Zum Teil werden Hufbearbeitungsmethoden wahl- und damit gedankenlos zusammengemischt - was fehlt, ist das Wissen um die Zusammenhänge und damit die Ernsthaftigkeit. Es geht nicht darum, wo, wie oder bei wem man gelernt hat - es geht darum, dass man es VERSTANDEN hat und umsetzen kann! Und wer die Worte des “Huf-Gurus” ohne Eigengedanken nachplappert und nachraspelt und die Individualität des einzelnen Wesens darüber genauso vergisst wie die jeweils vorherrschenden Bodenverhältnisse, der hat eines ganz und gar nicht kapiert: dass es um das Wohl des Pferdes geht.
Linker Hinterhuf: auch hier zeigt sich eine gesunde Sohlenschwiele,
die nach Berundung des Hufes …
… als Abrollpunkt dient:
Hinten rechts - dito:
Vielen Dank an Petra Müller, die diese sehr aussagekräftigen Bilder gemacht hat! Petra weiß eben, um was es geht, sie hat den Huf verstanden und daraus ergibt es sich von alleine, im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken
!
©Manuela Volk































