Vernachlässigter Rehehuf
Dieser über 20 Jahre alte Haflinger erlitt im Frühjahr 2009 einen Reheschub, der werder erkannt noch behandelt wurde. Beim vorherigen Besitzer wurden die Hufe bisher ”einmal im Jahr” von einem Hufschmied ausgeschnitten. Die Hufe wurden seit dem Reheschub nicht bearbeitet…
Es waren alle vier Hufe von der Rehe betroffen. Nach dem Auskratzen der Hufe zeigte sich ein langer Wandüberstand, die Zehe eine verbreiterte weiße Linie und teilweise eine hohle Wand. 
Beim entfernen des toten, losen Sohlenmaterials stellte sich zum Glück heraus, dass noch eine gute Sohlenwölbung vorhanden war. Die Trachten und der Wandüberstand wurden gekürzt.
Im Zehenbereich wurde die Wand bis zur verbreiterten weißen Linie zurückgesetzt.
Am abgesetzten Huf kann man gut den eingesunkenen Kronrand im Zehenbereich und den verstärkten Trachtenwachstum erkennen.
Es wurde nur der untere Bereich der Zehe gestreckt, um für einen besseren Abrollpunkt zu sorgen. Das Beraspeln der Zehenwand bis zum “Knick” im oberen Wandbereich - wie das bei vielen Bearbeitungsmethoden mehr oder weniger üblich ist - würde den bereits zerstörten Hufbeinträger nur noch weiter schwächen und das wäre für die Rehabilitation des Rehehufes nicht wirklich hilfreich.
Hier am linken Vorderhuf können Sie gut die Entzündungsflüssigkeit und Einblutungen in der verbreiterten weißen Linie sowie die Blutungen unter der Hufbeinspitze erkennen.
Auch am linken Vorderhuf wurde nur der untere Wandbereich beraspelt.
Der Wandüberstand war an den Hinterhufen noch extremer. Auch hier war nach dem entfernen des toten Sohlenmaterials eine Sohlenwölbung vorhanden (Hufbein “nur” rotiert, nicht abgesunken) und die weiße Linie leicht verbreitert. Die Hinterhufe wurden genau wie die Vorderhufe bearbeitet.
Obwohl es ihm völlig unbekannt war, die Hinterhufe auf den Bock zu setzen, arbeitete der Haflingerhengst fleißig mit!
Nach getaner Arbeit trabte der “junge Mann” flott davon, um sich weiterer Arbeit zu entziehen und uns quietschfiedel vom anderen Ende der Weide anzuschauen.
©Manu Volk



















