Der Vergleich
Anhand dieses schönen gesunden Barhufes möchte ich Ihnen etwas darstellen. Bitte beachten Sie: es handelt sich hier um einen toten Huf!
Der Huf hat etwas erhöhte Trachten, befindet sich aber sonst in einem gesunden Zustand. Wie die alten Nagellöcher zeigen, war er einmal beschlagen.
Ich habe den Huf in “zwei Hälften” geteilt, um Ihnen den Unterschied zwischen einer Bearbeitung nach den Prinzipien des Natural Hoof Care (rechte Hufhälfte) und einer konventionellen Barhufbearbeitung (linke Hufhälfte) zu zeigen.
Als “Barhufmensch” freut man sich ja über einen so gesund aussehenden Barhuf mit einer schönen Sohlenschwiele und einer natürllich abgerundeten Hufwand. Es wurden lediglich die Trachten zurückgesetzt, der leichte Wandüberstand gekürzt und die Wand wieder berundet (Mustangroll).
Hier die Auswirkungen einer konventionellen Hufbearbeitung (und mir fiel es nicht leicht, so “zu arbeiten”):
Mit dem “Cut-Schnitt” wird mit dem Hufmesser eine Linie vorgeschnitten. Auf diese Höhe soll mit dem Nipper der Wandüberstand der Zehe gekürzt werden (die nach konventioneller Meinung als “zu lang” betrachtet wird…) und der Cut-Schnitt erleichtert so die Arbeit, indem man sich quasi eine Schneidlinie vorzeichnet.
Damit wird bereits die Sohlenschwiele geschwächt …
… und dem (bisher) gesunden Barhuf bereits das erste Hornmaterial genommen, dass eigentlich dem Schutz des Hufes und seiner inneren Strukturen dienen sollte.
Bei manchen Hufbearbeitungsmethoden wird dann auch noch Sohlenhorn entfernt, bevor man den Wandüberstand kürzt; das “ausputzen” der seitlichen Strahlfurche sieht nicht nur schön aus (?), sondern nimmt dem Hufbein und den inneren Strukturen schützendes Hornmaterial und macht das Pferd in diesem Bereich sofort fühlig. Den Trachten wurde eine gewisse Höhe belassen.
Die Frontansicht zeigt, dass da schon etwas an “natürlichem Hufschutz” fehlt.
Dieses Bild zeigt sehr gut, wie genau gegenteilig gearbeitet wird:
Zunächst die Seiten- und Frontansicht der konventionellen Bearbeitung:

Die Seitenansicht der NHC-bearbeiteten Seite gefällt mir persönlich besser
Die Frontansicht macht deutlich, wie viel natürliches Hufschutzmaterial tatsächlich eliminiert wurde:
Ich habe zur Verdeutlichung, wie weit weg man “vom Leben” ist, ein Loch in die Sohle bis an die Sohlenlederhaut geschnitten:
Diese Nahaufnahme zeigt, wie die Sohle sich Schicht für Schicht “aushärtet”. Je tiefer man die Sohle durch ausputzen ausschneidet, um so weicher wird das Material…
Die Röhrchenstruktur der Sohle:
Da der Huf jetzt auf der linken Hälfte “fühlig” ist, arbeite ich mal weiter für einen konventionell angebrachten Beschlag…
Es wurde noch mehr natürlicher Hufschutz entfernt:
Die Dicke des entfernten Horn-Materiales entspricht ungefähr der Dicke eines Hufeisens. Ist das nicht eine Ironie?
So wird aus einem gesunden Barhuf ein Huf, der dringend einen Hufschutz benötigt…
Auf den nächsten Photos möchte ich Ihnen den Verlauf des Hufbeines innerhalb der Hornkapsel zeigen. Zu diesem Zweck habe ich bis knapp über die Huflederhaut die Sohle entfernt. Man sieht den Hufbeinrand durchscheinen:
Am vorderen Rand des Hufbeines befindet sich, an diesem gesunden Huf sehr schön zu erkennen, die Sohlenschwiele:
Es gibt sehr viele verschiedene Theorien und Formen der Hufbearbeitung. Ich hoffe, ich kann Ihnen mit diesen Bildern nahebringen, dass an einem gesunden Barhuf so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig entfernt werden sollte.
©Manuela Volk
























