gesunder Huf

Die natürliche Form der Hufbearbeitung findet derzeit ein immer größeres Interesse in Deutschland.  Immer mehr wollen wissen, was denn “Natural Hoof Care” bedeutet und was dahinter steht.

Für mich beinhaltet die Barhufbearbeitung mehr, als sich auf eine Bearbeitungsweise zu berufen. Nichts ist bei der Arbeit mit dem lebendigen Pferd schlimmer, als dogmatisch zu handeln. Und es reicht erst recht nicht aus, mit einem Hufmesser und einer Raspel einigermaßen umgehen zu können. Neben dem umfangreichen Wissen über den Huf, seine inneren Strukturen, der Biomechanik und der Anatomie des Pferdes erfordert es ein sehr gut geschultes Auge des Betrachters, um selbst die kleinsten Details, die dem erfahrenen Experten viel sagen können, zu erkennen.

Leider wird vielen Details sowie den inneren Strukturen der Hornkapsel und deren Funktionalität  bei manchen  Hufbearbeitungstheorien nicht immer genug Beachtung geschenkt - und die Hufbearbeitung wird von so manchem auf der Basis von veraltetem und/oder dogmatischem Wissen betrieben (und leider auch gelehrt).
Zum Teil wird an Hufbearbeitungstheorien oder spezifischen Winkelmaßen und Formen festgehalten. Gleichförmigkeit macht es eben leichter für die Leute, Hufbearbeitung zu erlernen - auch wenn diese Art der Arbeit nicht gut für die Pferde ist. Oftmals sind sich jene Leute nicht einmal bewusst, welchen Schaden sie am Hufbeinträger anrichten, wenn z.B. die Hufwände manchmal radikal gestreckt werden, um dem Auge einen geraden Wandverlauf vorzutäuschen.
Beraspeln der Wände erzeugt nur einen schönen Wandverlauf für den Betrachter

Imbalancen der Hufe und des Pferdes werden erschreckender Weise von vielen Experten nicht wahrgenommen - und dem Pferdebesitzer, der der Arbeit des Hufexperten vertraut, fehlt das ausreichende Wissen, um eine gute Hufbearbeitung von einer mangelhaft oder lieblos ausgeführten Arbeit zu unterscheiden.

Pferd mit deutlicher Schmezhaltung aufgrund fehlerhafter Hufbearbeitung

Pferd mit deutlicher Schmezhaltung aufgrund fehlerhafter Hufbearbeitung

 Es ist manchmal erschreckend, auf welchen Hufen manche Pferde herumlaufen müssen …

Vernachlässigter Ponyhuf

Vernachlässigter Ponyhuf

… und noch schlimmer finde ich es, wenn der Pferdebesitzer mir mitteilt, dass sein barhufgehendes Pferd nach dem Ausschneiden zwei Wochen oder länger immer klamm läuft oder sogar lahmt!  Manche rechtfertigen es sogar damit, dass das so sein muss und es durchaus normal ist, dass das Pferd während der Umstellungsphase Schmerzen hat und lange Zeit haben wird. Wer bei seiner Hufbearbeitung sogar Blut sieht, hat mehr als einen Schnitt zu viel getan!! Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass bei der Bearbeitung Blut (des Hufes :-)) fließt - es sei denn, Sie sind Tierarzt und haben einen medizinischen Grund, so tief zu schneiden.

Genauso erschreckend finde ich es, das auf Pferdemessen von einer Barhufschule Videoclips gezeigt werden, in dem das Pferd nach der Hufbearbeitung im Nähmaschinentrab klamm über den Asphalt strampelt und keiner bemerkt es…

Wieder andere lassen eine lange Zehe oder Trachte wachsen, um ein “gewünschtes” Laufverhalten zu erreichen - und mancher handelt so aus fehlendem Wissen und/oder Interesse. Beim nächsten wird viel wegraspelt/geschnitten, um einen für das Auge schön gerichteten Huf herzustellen - und der Pferdebesitzer, der nichts um die Zusammenhänge in der Hornkapsel weiß, ist zufrieden damit.  Fehlerhaftes Wissen lässt auch ungleich lange Trachten stehen mit der Begründung, das Pferd würde sich die Balance selbst anlaufen… und so begeht mancher den Fehler, die Gesundheit des Pferdes zu opfern, um es an die Wünsche und Vorstellungen des Menschen anzupassen.
Es ist für den Pferdebesitzer von großer Wichtigkeit, so viel wie möglich über die Hufe seines Pferdes zu wissen. Mit GO-BARHUF möchte ich Ihnen dabei helfen.
©Manu Volk