Der Mustanghuf
Das Pferd ist ein Steppenbewohner der offenen trockenen Landschaft (die Ausnahme hiervon sind die Rassen, die sich an Marschland angepasst haben). Flüsse und Wasserlöcher sind in der Steppe rar und die Ernährung besteht meist aus spärlichem, oft trockenem Gras sowie einer Auswahl von Kräutern, Büschen, Laub und Rinden. 12 bis 16 Stunden verbringt das Pferd mit der Nahrungsaufnahme und dabei werden bis zu 30 km und mehr am Tag zurückgelegt. Temperaturschwankungen von extremer Hitze bis zu großer Kälte sind oft keine Seltenheit.
Auf diesen Lebensraum hat sich das Pferd derart spezialisiert, dass es darin sehr gut lebt und überlebt, und es braucht alle diese Reize, um gesund zu bleiben. Auch der Pferdehuf ist ein Meisterwerk der Natur! Er ist für die gewaltigen mechanischen Anforderungen, die ein natürliches Leben mit sich bringen, geschaffen.
Das Vorbild des Natural Hoof Care ist deshalb der Mustanghuf

Merkmale des Mustanghufes:
Die Hufwand hat keine Beulen, Wellen, oder Verbiegungen; sie ist eben und gerade

Eine kurze Zehenlänge (meist zwischen 5 - 7 cm) und teilweise stark abgenutzte Trachten

Der Zehenwinkel beträgt zwischen 50° und 60°, wobei die Hinterhufe meist steiler als die Vorderhufe sind

Die Zehen-, Seiten- und Trachtenwand haben die gleiche Wandstärke und die weiße Linie ist fest und dicht
Die Sohle ist von der weißen Linie bis zur Strahlspitze konkav gewölbt. Die tiefste Stelle der Sohlenwölbung befindet sich hierbei an der Strahlspitze (bis zu 6mm)
Die Sohle ist dick, zäh und schmerzfrei
Der Strahl ist flach, trocken und hart. Er hat direkten Kontakt mit dem Untergrund. Der breiteste Bereich des Strahles ist fast höhengleich mit den Trachten; Ballen und Strahl bilden i.d.R. eine Einheit. Dieser “Strahlballen” stellt den ersten Kontakt zum Boden her

Die Eckstreben ziehen sich von den Trachten bis zur Mitte des Strahls
Das Hufbein sitzt hoch in der Hornkapsel und ist bodenparallel (3 - 5° gelten noch als “normal”)

Der Mustangroll - natürlich abgerundete Kante der Hufwände

Ein gut entwickeltes Ballenpolster
Der Huf ist frei von Fäulnis

Die Seitenwand ist oftmals wie der Bogen unsere eigenen Füße “ausgehöhlt”
©Manu Volk