Die Sohle
Die Sohle eines gesunden Hufes ist konkav gewölbt. Die Wölbung verläuft rundum von den Eckstreben entlang der weißen Linie und hat ihre tiefste Stelle vor der Strahlspitze.
Die Sohle ist ungefähr 2-4 cm dick und sollte hart und glatt wie ein Stein sein. Sie wird bei der natürlichen Hufbearbeitung als einer der wichtigsten Führer für das Trimmen des Hufes genutzt.
Für die Ausbildung einer harten Schwiele ist es notwendig, dass die Sohle mitträgt. Bildet sich ein Wandüberstand, stapelt sich die Sohle eher in losem, rottigen Material, das sich nicht abnutzen kann.
Diesen Effekt hat ein Huf besonders durch das Tragen von Eisen. Dieses flockige (abblätternde) Material, das sich mit dem Hufkratzer entfernen lässt, zeigt bei einem barhufgehenden Pferd an, dass das Pferd zu wenig Bewegung/Abrieb hat.
Bei der natürlichen Hufbearbeitung wird die gesunde glatte (lebende) Sohle nicht berührt! Nur loses Material, dass sich mit einem sanft geführten Messer entfernen (”abkratzen”) lässt, wird entfernt. Alles, was lose ist oder faul, sollte entfernt werden. Auf den beiden folgenden Bildern sehen Sie einen Huf vor der Bearbeitung mit Wandüberstand und losem Sohlenhorn - nach dem natürlichen Trim erkennt man unter anderem anhand der braunen Risse, dass noch genügend Sohlenmaterial vorhanden ist. Gerade für ein Reitpferd ist es sehr wichtig, dass niemals bis auf die lebende Sohle geschnitten wird!
Die gewölbte harte Sohle ist von der Natur für das Pferd vorgesehen und auch der “plattfüßigste” domestizierte Huf wird dahin zurückkehren, wenn man u.a. die Sohle in Ruhe lässt. Mit ausreichender Bewegung und Abrieb wird sie sich in eine harte und glatte Sohle verwandeln, die sich jeden Tag etwas mehr aufwölbt.
Hier Bilder vom Prozess einer Sohlenwölbung. Wer hier mit dem Messer nachhilft, sorgt für Stillstand…
Bei Pferden mit schlechter oder geschädigter Hufbein-Wandverbindung ist die Rehabilitationsphase während dem Aufbau der Sohlenwölbung etwas kritisch - die Pferde gehen oft klamm und fühlig. Daher sollten Sie während dieser Zeit ihr Pferd mit Hufschuhen, in die Pads eingelegt werden, reiten und trainieren.
Jeder Eingriff (Einschnitt), der die Sohlenwölbung durch zurechtschneiden beeinflussen soll, wird weder die Hornqualität noch die Bildung einer natürlichen Wölbung erreichen, sondern dem Pferd mehr oder weniger (je nach dem, wie tief man schneidet) Schmerzen zufügen.
Das beraspeln der Sohle im Zehenbereich ist einer der gravierensten und üblichsten Fehler durch Hufbearbeiter; genauso, wie die Sohle an den Trachten und den Strahlfurchen auszuschnitzen.
Das Bild dieses Mustanghufpräparates verdeutlicht Ihnen noch einmal die natürliche Sohlenwölbung und Dicke der Sohle. 
Und dieses Präparat verdeutlicht die Auswirkung einer mit dem Hufmesser schön hergerichteten und damit ausgedünnten Sohle…
Wenn also bei der nächsten Hufbearbeitung Ihres Pferdes der Hufexperte das Messer an der lebenden Sohle ansetzt, greifen Sie zum Wohle und der Gesundheit Ihres Pferdes ein!
©Manu Volk













