Die Sohlenschwiele
ist ein Sohlenhornmatierial, das sich unter dem vorderen Rand des Hufbeines ausstreckt.
Sie bietet der Hufbeinspitze Schutz und Unterstützung innerhalb der Hufkapsel und besteht aus einem harten Sohlenmaterial, dass härter als die Hufwand ist! Bei einem natürlich gesunden Huf sollte die Sohlenschwiele der Abrollpunkt des Hufes sein.
Anhand dieses Präparates eines Mustanghufes können Sie sehr schön erkennen, dass der Huf über die Sohlenschwiele an der Zehe abrollt. Der Abrollpunkt lässt sich bestimmen, indem man eine Linie vom vorderen Rand des Hufbeines nach unten zieht.
Gerade an der Spitze des Hufbeines befinden sich eine Menge Blut- und Nervengefäße:
Die Sohlenschwiele darf nicht berührt oder entfernt werden! Leider geschieht genau das bei vielen Methoden der Hufbearbeitung. Oftmals wird die gesamte Sohle “ausgehöhlt” und gerade im Zehenbereich ausgedünnt (keine Sorge, es handelt sich hier um einen toten Huf…):
Dieses Bild stellt dar, wie die Sohlenschwiele bei der Zubereitung des Hufes für den Beschlag ausgedünnt wird, um die Zehe zu kürzen…
Die Sohle dieses natürlich gesunden Hufes (Mustanghuf) ist 1,8 cm dick.
Auf diesen Bildern eines Hufpräparates (dient zur Vorführung von Vettec-Produkten; bei der weißen Masse handelt es sich um Super-Fast, einem schnell aushärtenden Kunsthorn) können Sie sehr gut erkennen, was geschieht, wenn die Sohle, vor allem die das Hufbein schützende Sohlenschwiele, mit Hufmesser und Raspel ausgedünnt wurde:
Da ist nicht mehr viel Sohlenhorn vorhanden, das das “Leben” schützt… Wenn so am Huf Ihres Pferdes gearbeitet wird, brauchen Sie sich nicht zu wundern, warum es nach dem Ausschneiden/Beschlagen tagelang klamm läuft oder sogar lahm geht…
Bei einer gesunden Hufbearbeitung wird niemals in die lebende Sohle geschnitten! Es wird nur totes Sohlenmaterial entfernt.
In unserer Region belasse ich den Pferden, die geritten werden, sogar einen Teil dieses bereits abgestorbenen Sohlenhorns. Beim nächsten Ritt über Schotter wird sich dieses von alleine lösen und das Pferd verfügt noch über einen ausreichenden Schutz.
©Manu Volk










