Die Trachten
Die Trachtenlänge des natürlichen Modells ist äußerst kurz, dick und hart.
Es ist völlig verkehrt, im Namen der Rehabilitation des Pferdes (oder der eigenen Profilierung) dem Huf diese natürliche Kürze aufzwingen zu wollen. Den Huf im Trachtenbereich auf die natürliche Kürze “zurechtzustutzen” (evtl. auch um eine gewünschte Winkelung zu erreichen) und dem Pferd damit Schmerzen zuzufügen, ist von Natur aus falsch!
Bei der Hufbearbeitung nach Natural Hoof Care wird der Huf darin unterstützt, die Trachten so niedrig wie möglich zu bilden und sie dort auch zu halten. Sobald Heilung im Inneren des Hufes stattfindet, werden die Trachten sich weiten, die inneren Strukturen werden höher kommen und man wird die Trachten Stück für Stück tiefer trimmen können.
Die Trachten werden (nach Möglichkeit) bis zur breitesten Stelle des Strahls zurückgesetzt. Auch hier ist es wieder von Wichtigkeit, dem Zustand des Hufes und der Sohle große Aufmerksamkeit zu schenken (…den Huf lesen…). Die Sohle ist einer der wichtigsten Führer bei der Bearbeitung der Trachten!
Alles flockige, lose (tote) Sohlenmaterial, das sich im Winkel des “V” der Eckstreben und Trachtenwände befindet, wird entfernt. Niemals wird in die lebende Sohle geschnitten! Der Wandüberstand wird auf Sohlenniveau oder knapp darüber entfernt. Hier zählt ebenfalls wieder der Erfahrungswert des Hufexperten (Reit- oder Weidepferd, Bodenverhältnisse, Haltungsbedingungen, Gesundheitszustand, etc.). Die Trachte wird sich schnell an den für den Huf/das Pferd optimale Höhe anpassen. Wenn das Pferd physische Probleme hat, die einer längeren Trachte bedürfen, wird die Sohle in diesem Bereich niemals flockig sein.
Wenn der Huf (die Sohle) es anzeigt, können die Trachten bereits bei der ersten Natural Hoof Care-Bearbeitung auf ein natürliches Niveau gebracht werden.
Die Trachten “stehen zu lassen” (zu schonen) um dem Huf/Pferd eine steilere Hufwinkelung/passend Fesselstand aufzuwingen, führt lediglich zu einer Verschlimmerung der Hufsituation. Genauso ist es nicht hilfreich für die Hufgesundheit, den Pferden einen dünnen Wandüberstand (”Tragrand”) an den Trachten an- oder auszuschnitzen. Dies führt höchstens zu untergeschobenen Trachten und/oder Zwanghufen und hilft dem Pferd nicht weiter.
Das zurücksetzen der Trachten maximiert deren Tragfähigkeit - kürzere Trachten sind stärker und verengen sich nicht so leicht, und die tragende Oberfläche des Hufes wird weiter nach hinten verlegt.
©Manu Volk











