Grundlagen NHC
Bei der Hufbearbeitung nach Natural Hoof Care (NHC) wird durch regelmäßiges Trimmen die natürliche und gesunde Abnutzung des Hufes imitiert, die ihm durch mangelnde Bewegung fehlt. Es handelt sich beim NHC keineswegs um völlig neue Theorien - in Amerika wird NHC bereits seit Mitte der 80er Jahre angewandt… Indem man sich das Wissen um Funktionalität und innerer Strukturen der Hornkapsel und der Gesundheit natürlicher Hufe freilebender Pferde (Mustang) zunutze macht, wird mit der Raspel der Huf “stimuliert”, so dass dieser sich wieder in seiner natürlichen Form und Gesundheit bilden kann.
Aus einem fehlerhaft bearbeiteten und beschlagenen Huf entwickelt sich wieder ein gesunder kurzer Barhuf.
Die Bearbeitungsabstände sollten bei sechs Wochen liegen; vier Wochen für Pferde, deren Hufe sich in der Rehabilitation befinden. Für Pferde, die viel und schwer arbeiten sowie für junge Tiere, die ihre Ausbildung gerade beginnen, sollte ebenfalls ein vierwöchiger Intervall vorgesehen werden. Wer wartet, bis die Hufe die Form verlieren und/oder “schlimm” aussehen, hat bereits einen Schaden angerichtet.
Zudem wurde der Huf von der Natur dazu entwickelt, um dem Einfluss, Aufprall und dem ständigen Kontakt mit rauhem Boden zu widerstehen - und nicht dafür, dass man irgendetwas (und in meiner Region scheinbar immer lieb- und einfallslos…) auf seine Unterseite nagelt!
Leider sieht man viel zu oft Hufe, die stellenweise durch Vernachlässigung oder falscher Pflege so deformiert sind, dass die Pferde kaum damit laufen können und so der Glaube entsteht, man müsse den “schlechten” Huf mit einem Beschlag vor dem Kontakt mit dem Boden schützen…
Die Hufkapsel ist enorm anpassungsfähig. Wenn ein Huf ausreißt oder ausbricht, ist das oft der Versuch, Material, das nicht abgelaufen werden konnte und “zu viel” ist, zu entfernen. Wird der Huf durch das Tragen eines Eisens (womöglich noch mit Beschlagsintervallen von 12 Wochen und mehr) oder aus Vernachlässigung der Barhufpflege zu lang, versucht er, sich schnellstmöglich zu “reparieren”: das Hufwachstum wird z.B. beträchtlich verlangsamt und ein dünnes und deutlich schwächeres Horn wird nachgebildet. Gerade bei beschlagenen Pferden wachsen immer dünnere Seitenwände bei dem Versuch, dass zu lange Hornmaterial, welches sich durch den Beschlag nicht abnutzen kann, zu entfernen. Daher kommt dann der Glaube der “schlechten Hornqualität”, wegen dem das Pferd dann weiterhin beschlagen wird - so entsteht ein nie endender Kreislauf. Auch falsche Hufbearbeitung wie z.B. übermäßiges Ausdünnen der Wände oder des als solchermaßen bezeichneten Tragrandes führen zu einer Schwächung und Deformierung der Hornkapsel und entsprechenden Selbstheilungs - und Reparaturversuchen des Hufes. Vernachlässigung (Unterlassung…) der Hufpflege schaden am meisten! Unsere domestizierten Pferde haben für diesen “Wildwuchs” zu wenig Bewegungsfreiraum. Und da das Lauftier Pferd von der Gesundheit seines Bewegungsapparates und damit des Hufes abhängig ist, ist es ein Irrglaube der Besitzer, man könne sich das Geld für eine gute und/oder regelmäßige Hufbearbeitung sparen - ist das Pferd erst einmal lahm oder verschlissen, fallen hohe Tierarztkosten an…
Mit der Bearbeitung nach den Prinzipien des Natural Hoof Care kann nahezu jeder Huf (auch der bereits “erkrankte”) wieder zu seiner natürlichen Form und Funktionalität zurückgebracht werden.
Deformierter Huf vor und nach der Bearbeitung NHC

Wenn die Hornkapsel es, wie hier in diesem Fall, anbietet, können auch beim ersten Trim bereits die Trachten auf eine gesunde Länge zurückgesetzt werden:
Je näher man die Hufe des Pferdes nach dem natürlichen Hufmodell bearbeitet, umso gesünder und leistungsfähiger wird das Pferd.









