Auch dem Laufverhalten des Pferdes im Schritt und Trab werden vor (und nach) der Bearbeitung nach NHC wichtige Informationen entnommen. Ist der Bewegungsablauf harmonisch? Zeigt das Pferd Taktunreinheiten oder sogar eine Lahmheit? Besteht eine Trachten-, Zehen- oder plane Landung der Hufe? Es erfordert ein sehr gut geschultes Auge des Betrachters, um selbst  kleinste Details zu erkennen, die dem erfahrenen Experten bereits viel aussagen können. Nach dem Natural Hoof Care/Natural Balance Hoof Care (Gene Ovnicek) landet ein gesundes Pferd mit der Trachte zuerst.
Das Pony zeigte vor der Hufbearbeitung nach NHC eine Zehenlandung, die bereits durch den ersten NHC-Trim in eine Trachtenlandung umgewandelt werden konnte. Achten Sie besonders auf die Stellung/Streckung der Gelenke des gesamten Beines beim Fußen.
 
Vor der Bearbeitung Zehenlandung:
 
 
 
Die Zehenlandung ist ein Zeichen dafür, dass die Balance des Hufes und/oder die Hufgesundheit nicht stimmt. Meist werden durch eine zu lange Trachte und/oder Zehe der Abrollpunkt verzögert; die Biomechanik ist gestört und das Pferd muß sich unter Einsatz nicht dafür vorgesehener Muskelkraft über Schulter oder Becken nach oben/vorne hebeln. Die Stoßdämpfung und Blutzirkulation des unteren Beinabschnittes sind gestört, der Schritt ist meist kurz und abgehackt.
Eine Zehenlandung spricht meist auch für einen Schmerz im hinteren Bereich des Hufes. Mögliche Ursachen sind:
  • Hufrollenschmerzen (Strahlbeinlahmheit; Podotrochlose)
  • Strahlfäule, die einen atrophierten Strahl und ein atrophiertes Ballenpolster nach sich zieht 
  • eine nach vorne weggezogene Zehe durch ausgedünnte Sohlenschwiele oder ausgedünnte Zehenwand
  • Zwanghuf, der eine natürliche Funktion des hinteren Hufbereiches nicht mehr zulässt

… meist trifft man alle diese Probleme gleichzeitig an, die zum großen Teil durch fehlerhafte Hufpflege/   -bearbeitung entstehen.

nach der Bearbeitung Trachtenlandung:
Trachtenlandung1

Trachtenlandung2

Trachtenlandung3

 Nur wenn der Huf balanciert und schmerzfrei ist, zeigt das Pferd eine Trachtenlandung. Die Biomechanik des Pferdes kann durch den natürlichen Abrollpunkt des Hufes ideal funktionieren; die Gliedmaße schwingt frei aus der Schulter nach vorne, alle Gelenke befinden sich in einer natürlichen Dehnung und der Huf landet mit der Trachte zuerst. So  ist es von der Natur für eine optimale Stoßdämpfung vorgesehen. Die Funktionalität des Hufes wird unterstützt (Stoßdämpfung/Durchblutung) und kann jetzt durch einen gesunden gleichmäßigen Abrieb weiter gewährleistet werden. Der Raumgriff wird deutlich erhöht und das Pferd geht “weicher”.

Hier Bilder von den Ponyhufen vor der NHC-Bearbeitung, die die Problematik einer konventionellen Bearbeitung zeigen:

lange Trachten und...

... und nach vorne "schnabelnde" Zehe

... weghebelnde Zehe

zu lang gelassene Trachten...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Sohlenansicht zeigt einen hohen Wandüberstand im Trachtenbereich, der Strahl hat keinen Bodenkontakt:

Ponyhuf vorne rechts vor Bearbeitung

Ponyhuf vorne links vor Bearbeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider ist es so, dass so mancher Hufexperte die gesunde Trachtenlandung mit einer krankhaften Trachtenfußung verwechselt oder gleichsetzt und daher die Trachtenlandung als “fehlerhaft” ablehnt und die Zehen- oder plane Landung anstrebt. Zum besseren Verständnis zeige ich Ihnen hier eine krankhafte Trachtenfußung  eines chronischen Rehehufes. Eine (ungesunde) Trachtenfußung ist dann vorhanden, wenn das Pferd erst mit der Trachte und dann mit der Zehe aufkommt; es ist ein deutliches “klapp-klapp” zu hören, während sich eine gesunde Trachtenlandung wie ein sanftes”Pflopp” anhört.

Trachtenfußung (krankhaft) chronischer Rehehuf

vorne links:

vorne rechts:

 

Die chronischen Rehehufe wurden bisher konventionell bearbeitet; nach dem ersten NHC-Trim zeigte auch dieses Pony eine leichte Trachtenlandung.

vorne links:

vorne rechts:

Hier die Ponyhufe mit chronischer Hufrehe vor und nach der natürlichen Hufbearbeitung:chronischer Rehehuf vorne rechts vor Bearbeitung chronischer Rehehuf vorne rechts nach Bearbeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

chronischer Rehehuf vorne links vor Bearbeitung

chronischer Rehehuf vorne links nach Bearbeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©Manu Volk