Handling
Auch das Handling des Hufschuhes sollte für den Pferdebesitzer eine Rolle spielen. Der Beste Hufschuh nützt dem Reiter nichts, wenn er mit der Handhabung nicht klarkommt. Gerade die älteren Hufschuhgenerationen sind, was das An- und Ausziehen angeht, etwas kniffelig; oft ist eine gewisse Technik, Kraftaufwand und meist ein Hilfsmittel wie Gummihammer und ein stabiler Hufkratzer von nöten. Doch die Hufschuhhersteller der neuen Generation Hufschuhe haben sich auch diesbezüglich Gedanken gemacht und heute gibt es Hufschuhe, die relativ leicht an und vom Huf zu bringen sind.
Jeder Hufschuh hat seine eigenen Handgriffe und Tricks, die man sich bei der Anpassung des Hufschuhes durch einen Experten zeigen lässt und in dessen Anwesenheit man den Hufschuh auch mehrmals an- und auszieht. Das richtige Handling zu kennen und zu wissen, worauf man achten sollte, setzt einen optimalen Halt des Hufschuhes vorraus. Viele Hufschuhe gehen in höheren Gangarten verloren, weil der Anwender Fehler beim Anziehen macht. Bei manchen Hufschuhmodellen wie z.B. dem Renegade ist es enorm wichtig, dass der Sitz des Hufschuhes genau passt und kontrolliert wird.
Beim Aufhalten des Pferdebeines ist es angebracht, sich dieses zwischen die Beine zu klemmen, damit man beide Hände für das An- oder Ausziehen des Hufschuhes zur Verfügung hat. Man hält das jeweilige Pferdebein mit der inneren Hand auf und klemmt es sich leicht zwischen die Knie…
… setzt den Hufschuh an der Zehe des Hufes an …
… und greift dann mit der zweiten Hand nach und bringt den Hufschuh mit einer leichten Drehbewegung auf den Huf.
Bei uns Hufexperten sieht das immer ganz leicht aus - wir sind es auch gewöhnt, alleine an den Hufen des Pferdes zu arbeiten. Manch ein Pferdebesizter ist damit leicht überfordert, weil er niemanden hat, der einem zeigt, wie man am Besten damit umgeht. Wenn Sie keinen Hufschuhexperten haben, der Sie in die “Geheimnisse” der Handhabung eines Hufschuhes einweiht, können Ihnen vielleicht die folgenden Bilder eine Hilfe sein.
Die “alten” Easyboot®-Modelle Easyboot, Epic und Bare sind mit einer gewissen Technik, etwas Kraftaufwand und zum Teil mit Hilfsmitteln anzuwenden. Der Schuh wird leicht schräg auf der Zehe des Hufes angesetzt …
… mit einer Drehbewegung auf dem Huf positioniert …


… und mit einem leichten Schlag mit dem Gummihammer, einer Bürste oder der Faust auf den Huf gebracht.
Ist der Easyboot® nur unter Anwendung von roher Gewalt an den Huf zu bekommen, ist das garantiert ein Zeichen dafür, dass der Schuh nicht richtig passt…
Bei den Easyboots® mit Gamaschen klappt man diese vor dem Anziehen über das hintere Ende der Schuhschale:
Bei noch neuen Schuhen ist die Gamasche noch etwas steif und rutscht beim Anziehen gerne mit in den Schuh. Bitte niemals an den Laschen der Gamaschen ziehen! Das macht man nur wenige Male, dann ist die Lasche garantiert abgerissen…

Greifen Sie mit beiden Händen in der Mitte des Ballens nach der eingezogenen Gamasche …
… und ziehen diese sanft aus dem Schuh.
Die Gamaschen der Easyboots® werden locker geschlossen.
Das Trachtenband der Easyboot®-Modelle Easyboot, Epic und Bare wird mit Gefühl nach hinten-oben gezogen. Es sollte NICHT bis über die Ballen gezogen werden…
Dann wird der Riemen aus dem Schuh gezogen, was meist etwas Anstrengung erfordert.
Das Buggle der Easyboots sollte nicht locker zu schließen sein. Lässt es sich mit der Hand leicht nach unten bewegen, sitzt der Schuh zu locker am Huf:
Der Verschluss sollte mit dem Fuß mit leichtem Kraftaufwand geschlossen werden. Auf dem Drahtzug befindet sich eine große Spannung und wenn die Schnalle schließt, sollte man da keine Finger dazwischen haben - am wenigsten Kinderfinger!! Wer mit enormen Kraftaufwand die Schnalle mit Gewalt nach unten tritt, sollte bedenken, dass der Schuh dann zu eng sitzt und zu starker Druck durch das Trachtenband auf die Trachten ausgeübt wird. Zudem wundert er sich wahrscheinlich, warum er ständig das Drahtseil und/oder die Schnalle austauschen muss…
Zum Öffnen sollte ein stabiler Hufkratzer oder ein Schraubenzieher verwendet werden. Auch hier gilt: lässt sich die Schnalle mit der Hand öffnen, sitzt der Schuh zu locker.
Zum Ausziehen hebelt man die Schuhe auf Höhe der Krallen mit den Daumen nach außen weg. Das erfordert einen “starken” Daumen…
Da ist der Boa Horse Boot in der Handhabung etwas einfacher. Deshalb wird er auch gerne verkauft und gekauft, da der Anwender damit bequem klar kommt. Das Pferd hat zwar einen Klotz am Bein, aber der Schuh ist leicht angezogen und um das behinderte Laufverhalten machen sich die wenigsten Gedanken…
Der Boa lässt sich relativ leicht auf dem Huf platzieren und aufbringen:
Zum Schließen drückt man das Boa-Lacing-System an …
… und dreht das Rad zu.
Auch wenn der Boa selbst sehr klobig ist, sollte man auch hier beim Schließen des Drahtzuges, der rund um den Schuh verläuft, etwas gefühlvoll sein und das Rad nicht überdrehen, um einen zu engen Sitz des Schuhes am Krongelenk/Fesselbein zu vermeiden. Das Leder des Schuhes ist recht hart und es kommt sonst leichter zu Scheuerstellen. Der Sitz des Schuhes sollte daher kontrolliert werden:
Die Verschlusskappe zum Schutz des Lacing-Systems aufsetzen und fertig.
Zum Öffnen entfernt man die Schutzkappe und zieht den Drehknopf nach vorne:

Dadurch löst sich das Drahtseil und man kann die Zehenlasche nach vorne ziehen und den Schuh leicht vom Huf lösen.
Dann gibt es auch Hufschuhe, die mit ihrem eher leichten Handling ein endloses Gefummel mit sich bringen.
Über die Handhabung solcher Hufschuhe lassen Sie sich bitte von einem geduldigeren Hufschuhexperten aufklären - während Sie den ersten Hufschuh zupfriemeln, bin ich schon reiten
(was bedeutet, dass ich in solchen Dingen nicht genügend Geduld aufbringe
).
Über das Handling der neuen Hufschuhgenerationen Renegade®, Easyboot®Glove und Easyboot®Edge erfahren Sie unter den jeweiligen Testberichten.
©Team Easyboot Member Manu Volk









































