Renegade

Renegade Hoof Boot


Schuh gesteckt, ein leichtes anklopfen mit der flachen Hand auf die Zehe genügt und dann zieht man den Ballenhalter über die Ballen nach ohen und setzt den Huf ab. Nach dem Absetzten muß man Sitz und und Position des Ballenhalters überprüfen, er muß mittig auf den Ballen sitzen.
Der Fesselriemen wird eingefädelt und geschlossen,
indem man zwei Finger zwischen Riemen und Fesselbein legt. Der Fesselriemen darf nicht zu eng geschlossen werden, da sonst durch die Bewegung des Fesselbeines der Ballenhalter verschoben werden kann und dies evtl. zu Scheuerstellen oder dem Verlust des Schuhes führen würde. Anschließend wird der Zehenriemen mit gleichmäßigem leichten Zug geschlossen. Genauso einfach kann der Schuh auch wieder ausgezogen werden.
Die Pferde zeigen im Renegade® einen sehr raumgreifenden Schritt. Der
Abrollpunkt des Renegades® ist für die meisten Pferde ausreichend gut gesetzt und ermöglicht dem Pferd ein ermüdungsfreies Laufen auch über längere Strecken. Schritt, Trab und Galopp fühlen sich leicht und schwebend an. Wirtschaftswege, Steilhänge und Bodenunebenheiten werden mit dem Renegade gut bewältigt. Dadurch, dass der hintere Teil des Schuhes durch die Drahtseile mit dem Vorderen verbunden sind, ist der Ballenhalter sehr flexibel und die Gelenke des unteren Beinabschnittes werden in keinerlei Weise eingeschränkt. Das Pferd erfährt auf unebenem Geläuf keinerlei Druckspitzen und wird in seiner Bewegung weder behindert noch eingeschränkt. Nachteil dieser Flexibilität ist allerdings, dass der Huf kurz vor dem Absetzten bei vielen Pferden noch einmal nach vorne gezogen wird, was zu einem “schnackseln” der Zehe nach vorne führt. Dies sieht zwar für manchen Betrachter elegant aus, ist aber kein natürlicher Bewegungsablauf. Der Grip des Renegade® ist sehr gut, auch auf kurzem nassen Gras, abschüssigen schmierigen Böden und Schnee hat das Pferd einen guten Halt. Aber auch der Grip des Renegades® erweist sich gerade auf hartem Boden für manche Pferde als Nachteil: der Schuh bremst die Bewegung des Beines aus, was zu einer starken Unruhe der Gelenke und damit zu einer nachteiligen Belastung selbiger führt.
Der Halt des Renegade® am Huf ist einwandfrei - selbst Blitzstarte wie aus
einer Starterbox sind ohne Probleme möglich. Auch bei tiefen und schweren Böden bleibt der Schuh am Huf. Vorraussetzung hierfür ist, wie bei allen Hufschuhen, eine richtige Anpassung. Der Renegade®-Hufschuh wird über die Kabelklemme, die sich an der Front des Schuhes befindet, eingestellt, indem die Kabel des Ballenhalters umjustiert werden. Die Anpassung sollte nach Möglichkeit einem erfahrenen Hufexperten überlassen werden, der einem zugleich auch in die richtige Handhabung des Renegade® einweist, da beim Anziehen des Schuhes doch große Sorgfalt auf den richtigen Sitz gerade des Ballenhalters gelegt werden muß. Je mehr Aufmerksamkeit man den Details des Renegade® schenkt, um so mehr vermeidet man Verluste während des Reitens oder das der Schuh sich dreht oder evtl. einer der Riemen scheuert.
Der Renegade® lässt sich von einem erfahrenen Hufexperten an einer Vielzahl von unterschiedlichen Hufen anpassen. Er eignet sich für ovale wie auch runde Hufe mit niedriger bis normaler Trachtenhöhe und einem gestreckten Wandverlauf. Bei hohen Trachten kann er meist nicht angepasst werden und der Halt sowie die Funktionaliät des Schuhes ist nicht gewährleistet. Sind die Hufe rund, kann der Schuh vom Hufexperten bei Bedarf im hinteren Bereich gekürzt werden.
Den Renegade® gibt es in acht verschiedenen Farben von den Größen 00 bis 2W. Weitere Größen befinden sich in Planung. Entwickelt wurde der der Renegade®-Hufschuh von Kirt Lander, der in den USA als Natural Hoof Care Practitioner tätig ist; er und seine Frau Gina nehmen mit arabischen Pferden auf Distanzen teil. Nähere Infos zum Renegade® gibt es auf der Homepage des Herstellers www.renegadehoofboots.com und in meinem Testbericht auf den folgenden Seiten.
©Manu Volk