Die Anpassung

Anpassung Renegade

Vor jedem Anpassen von Hufschuhen sollten die Hufe frisch bearbeitet sein.

 

Beim Renegade® bestehen drei Möglichkeiten der Anpassung: Durch die Kabeljustierung (Verkürzen oder Verlängern des Ballenhalters), durch das Kürzen des Schuhes oder durch Auffüllen mit Kunsthorn.

Ich rate davon ab, den Renegade® an den Hinterhufen anzubringen, wenn an den Vorderhufen Hufschuhe verwendet werden, die einen “langsameren” Abrollpunkt haben. Es wird zum größten Teil dazu führen, dass sich das Pferd mit der Hinterhand vorne eintritt und meist die vorderen Schuhe damit abtritt.

 

 

 

 

 

 

Die Kabeljustierung

Lässt sich der Ballenhalter zu leicht oder nur schwer über die Ballen ziehen, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Kabel des Renegade® justiert werden müssen. Lässt sich nach dem Absetzen des Hufes der Ballenhalter leicht auf den Ballen nach oben und unten verschieben, weist das ebenfalls darauf hin, dass der Schuh zu locker sitzt. Ein weiteres Anzeichen hierfür kann sein, dass der Zehenriemen nach dem Schließen mehr als 2 cm übersteht, was aber nicht immer für eine Umjustierung spricht. Muss das Kabel mehr als drei Markierungen verkürzt oder verlängert werden, ist dies meist ein Zeichen dafür, dass die ausgewählte Schuhgröße oder sogar der Renegade® nicht zur Größe und/oder Form des Hufes passt. Dies sollte einem erfahrenen Experten überlassen werden, der sich mit der Anpassung von Hufschuhen auskennt.

Zehenriemen steht mehr als 2 cm über

Um die Kabel zu justieren, steckt man den mitgelieferten Inbusschlüssel in das Loch der Kabelklemme und drückt ihn nach unten:

Mit dem Inbusschlüssel Kabelklemme ...... herausziehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann dreht man die Madenschrauben mit drei bis vier Umdrehungen heraus.

Madenschrauben ... ... öffnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kabel sind jetzt zur Justierung lose und können verschoben werden. Zur Justierung muss der Zehenriemen geöffnet werden.

 Den Ballenhalter nach vorne justieren (verkürzen)

Man drückt den Ballenhalter nach vorne gegen die Schuhschale, bis sich das Kabel in der Kabelführung deutlich ausbeult. Mit einem leichten Druck des Daumens lässt sich das Kabel nach vorne durch die gelöste Kabelklemme schieben. Dieser Vorgang muß auf beiden Seiten durchgeführt werden und das Kabel auf beiden Seiten bis zur gleichen Markierung verkürzt werden.

Kabel beult sich aus Kabelführung... und kann nach vorne geschoben werden

 

 

 

 

 

bis zur gleichen Markierung auf beiden Seiten justieren

 

Ballenhalter nach hinten justieren (verlängern)

Der Ballenhalter wird nach vorne gegen die Schuhschale gedrückt. Das ausgebeulte Kabel vorsichtig mit einer Zange ergreifen (die Kabel sind sehr empfindlich und werden leicht geknickt) und vorsichtig nach hinten ziehen. Wer hier mit viel Schwung und Kraft arbeitet, läuft Gefahr, dass Kabel aus der Kabelklemme zu ziehen und macht sich damit viel unnötige Arbeit! Auch hier die Kabel auf beiden Seiten bis zur gleichen Markierung verlängern.

Kabel nach vorne schieben

mit Zange vorsichtig greifen...... und vorsichtig nach hinten ziehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kabel werden in der Kabelklemme wieder gestgeklemmt, indem man die Madenschrauben abwechselnd langsam wieder zudreht. Dies gewährleistet, dass die Kabel gleichmäßig geklemmt werden. Dreht man die Madenschrauben zu fest zu, können die Kabel beschädigt werden.

Madenschrauben leicht angedreht

Madenschrauben vorsichtig ...... festdrehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Abschluss wird die Kabelklemme in die Ausgangsposition zurückgebracht:

Kabelklemme ...... schließen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Renegade® kürzen

Hat das Pferd eher runde Hufe und/oder steht der Renegade® hinten zu weit über die Hufe hinaus, ist es gerade an der Vorhand manchmal nötig, die Schuhe zu kürzen, um ein Greifen mit den Hinterhufen in den überstehenden Sohlenteil zu verhinden. Der Renegade® kann bis zu 10mm im hinteren Bereich gekürzt werden.

Um den Renegade®-Hufschuh zu kürzen, kennzeichnet man die Stelle, an der die Trachten im Schuh enden. Bei untergeschobenen Trachten wird die Stelle gekennzeichnet, wo die Trachten enden sollten.

Trachtenende kennzeichnen

3 mm hinter dieser Markierung zieht man eine Cut-Linie. Mit dem Nipper (Hufschneidezange) wird der Überstand gekürzt und die Schnittstelle erst mit Hilfe der Raspel und anschließend mit einer feinen Feile berundet.

entlang der Cut-Linie kürzen

mit Nipper kürzen

 

 

 

 

mit der Raspel nacharbeiten

Die Kante von der Sohlen- zur Bodenfläche sollte man abrunden, damit der Ballenhalter gut über die Schuhendkante geklappt werden kann.

Endkante abrunden

abgerundete Endkante

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Abschluss die Kontrolle am Huf, ob die neue Länge passt:

Kontrolle am Huf

Solche Formen der Veränderung am Hufschuh sollten Sie nach Möglichkeit von einem im Hufbeschlag (Hufschmied, Huftechniker) ausgebildeten Experten vornehmen lassen, da hier die Fußung und das Laufverhalten des Pferdes beeinflusst werden. Ein zu langer oder zu kurzer Hufschuh kann, wie auch ein falsch angepasster, die Gesundheit des Hufes empfindlich stören und damit wie ein schlecht sitzender Beschlag auf Dauer zu Gesundheitsschäden am Bewegungsapparat führen! Seien Sie sich bitte darüber im Klaren, dasss auch ein temporärer Hufschutz einen sehr starken Einfluss auf die Bewegungsabläufe und die Hufbalance und somit auf die Gesundheit Ihres Pferdes hat.

 

Anpassung mittels Kunsthorn

Die Anpassung mittels Kunsthorn - z.B. Vettec®Adhere - war in der Testphase nie nötig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Renegade® auch so gut hält und sich nicht verdreht oder gar verloren geht. Selbst bei einer negativ eingezogenen Trachtenwand musste der Schuh nicht mit Kunsthorn aufgefüllt werden, sondern wurde auch so sehr gut zum Halten gebracht. Eine gute Hufbearbeitung, die die natürliche Balance des Hufes achtet, eine gute Anpassung und viel Erfahrung mit Hufschuhen machen es möglich!

Eine genaue Anleitung für das Einbringen von Kunsthorn gibt es auf der Website des Herstellers. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, da dieser Vorgang ausreichend Erfahrung mit dem Umgang von Kunsthorn und damit eine Ausbildung zum Huftechniker oder Hufschmied vorraussetzt. Mit falscher Anpassung durch Kunsthorn kann die Gliedmaßenstellung ungünstig beeinflusst werden und somit die ganze Biomechanik des Pferdes. Außerdem besteht für den Laien die Gefahr, dass er versehentlich den Schuh permanent an den Huf klebt. Zudem teile ich nicht die Meinung des Herstellers, dass alleinig sein Hufschuh der einzig Wahre auf der Welt ist - es gibt noch einige andere gute Hufschuhe, die dann wahrscheinlich besser zur Form des Hufes passen. Da sollte man dann seinen eigenen Ego überwinden und sich nicht für das tolle Design und die schöne Farbe sondern für den geeigneteren Schuh entscheiden. Durch Einfüllen von Kunsthorn wird das Gewicht des Schuhes unnötig und evtl. sogar einseitig erschwert und dies führt natürlich wieder zur Veränderung des Laufverhaltens und schadet mehr als das es hilft.

 

©Manu Volk