Der Weg zum natürlich gesunden und leistungsstarken Huf
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Rückzug aus der Hufschuhszene
Der goldene Mittelweg für Gharim und mich
Ich habe mich vor über zwei Jahren bewusst aus der Hufschuhszene zurückgezogen und auch meine freiwillige Arbeit als Berater und Testreiter für einen Hufschuhhersteller beendet. Auch Hufschuhberatungen und -anpassungen nehme ich nicht mehr vor. Die Gründe hierfür sind vielfältig, denn es für mich immer schwieriger geworden, einen für mich vertretbaren „goldenen Mittelweg“ zu finden.


Zum Einen ist es sehr anstrengend und zeitraubend, einen Hufschuh zu testen. Mit GPS-Gerät ausgestattet, um genau die Kilometerleistung festzuhalten, immer hochkonzentriert auf den Bewegungsablauf des Pferdes zu achten, jede Veränderung im Bewegungsablauf wahrzunehmen, verschiedenes Geläuf auszuwählen, anspruchsvolle Streckenabschnitte zu reiten, dem Pferd und sich selbst oft Hochleistungen abverlangend und jede positive wie auch negative Veränderung an den Hufen und dem Pferd wahrzunehmen. Einen Hufschuh „zu testen“ bedeutet viel mehr, als einen Schuh „auszuprobieren“ und zu verkünden, dass er in allen Gangarten am Huf geblieben ist.
Und auch die Zeit, das Wissen und Ideen zu investieren, in dem Wunsch, endlich den erträumten optimalen Hufschuh in die Hände zu bekommen…
Ich weiß, dass ein Hufschutz immer ein Kompromiss ist und das es den perfekten Hufschutz in der Form, in der ich es mir wünsche, nicht wirklich gibt und auch in naher Zukunft nicht geben wird.
Und ich verstehe, dass jede Firma ihre wirtschaftlichen Interessen in den Vordergrund stellen muss und daher irgendwann dazu übergeht, den Markt zu befriedigen, sprich, Hufschuhe zu entwickeln, die nicht wirklich eine Weiterentwicklung für die Pferde sind, sondern die die Wünsche der Kunden und Hufschuhverkäufer befriedigt. Da war dann für mich der Punkt erreicht, mich zurückzuziehen, denn ich bin kein Hufschuhverkäufer und bringe nichts ans Pferd, wovon ich nicht überzeugt bin.

Zum Anderen haben sich das Wissen und das Verständnis um den Huf dank der Pferde stetig erweitert und je mehr man sieht, versteht und erkennt, um so schwieriger wird es auch, Kompromisse einzugehen, die dem Bewegungsablauf, dem Huf und damit dem Pferd keinen Nutzen bringen oder ihm sogar schaden.
Es gibt ja ständig neue Hufschuhmodelle, manche habe ich nur mit einem Blick bedacht, manche sogar näher betrachtet, aber die meisten davon konnten mich nicht überzeugen. Das mag für manche arrogant klingen, aber die Erfahrungswerte sind mittlerweile so groß und wer den Huf in seiner Funktion versteht, erkennt sofort die Sinnhaftigkeit eines Hufschuhes/Hufschutzes.
Und viele der Hufschuhe, die ich früher benutzt und über die ich auch Testberichte veröffentlicht habe, würde ich mit meinem heutigen Wissensstand nicht mehr selbst verwenden. So ist das eben, wenn man sich stetig weiterentwickelt und das heißt eben auch, genau hinzuschauen.
Ich habe auch den Mut, dazu zu stehen und zu sagen: ich wusste es damals auch nicht besser und war wohl auch zu sehr von der Idee ergriffen, dass durch die Veröffentlichungen immer mehr Menschen dazu übergehen, ihren Pferden den oft überflüssigen Beschlag abzunehmen und auf einen temporären Hufschutz umzusteigen.
Das birgt aber auch immer die Gefahr, dass man den Blick verliert für die negativen Auswirkungen, die ein falsch angepasster Hufschuh oder das falsch ausgewählte Modell auf das Pferd, seine Hufe und seinen Bewegungsablauf haben. Ich bin ein sehr aufrichtiger Mensch und der Grat, auf dem man manchmal wandelt, wurde für mich irgendwann zu dünn.

der Hufschuh, der derzeit für uns am Besten taugt - bald mehr darüber...


Gharim hat mich in dieser Hinsicht über die Jahre sehr viel gelehrt – und dabei lange Zeit geduldig einiges mitgemacht. Heute reicht ein Blick und drei Schritte mit einem neuen Hufschuhmodell, um zu entscheiden, ob der Schuh für uns taugt oder nicht. Da bleibt dann mehr Zeit für genussvolle Ausritte und der Erfüllung lang vor mir hergeschobener Träume.

©Manu Volk, 26.12.2017


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